100 Pfleger*innen und Hebammen sagen: "Ich komm wieder wenn..."

100 Pfleger*innen und Hebammen sagen: "Ich komm wieder wenn..."

 

In einem offenen Brief an Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks stellen 100 Pfleger*innen und Hebammen, die nicht mehr oder nur noch in Teilzeit im Krankenhaus arbeiten, Bedingungen für ihre Rückkehr (bzw. ihren Verbleib) in Hamburgs Krankenhäuser.

 

Wenige Wochen vor der Bürgerschaftswahl fordern sie den Senat zu sofortigem Handeln auf. Nur wenn die aktuell katastrophalen Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern sich grundlegend verbessern, können weitere Kündigungen von Pfleger*innen und Hebammen verhindert und ehemalige Kolleg*innen zur Rückkehr motiviert werden.  

 

Konkrete Forderungen der 100 Pfleger*innen und Hebammen sind:

 

  • Verbindliche Personalbemessung
  • Abschaffung des Fallpauschalen (DRG)-Systems 
  • Profitverbot für Hamburgs Krankenhäuser
  • Rekommunalisierung der privaten Krankenhäuser
  • Demokratisierung der Krankenhäuser  

 

Unerträgliche Arbeitsbedingungen sind der Hauptgrund für Burn-Out, Kündigungen und eine durchschnittliche Verweildauer im Beruf von nur sieben Jahren. "Ich habe es im Krankenhaus einfach nicht mehr ausgehalten", so die Gesundheits- und Krankenpflegerin Constanze Weichert, die bis 2017 in einem Hamburger Krankenhaus beschäftigt war: "Das ewige Argument der Politiker*innen, es gebe nicht genug Pfleger*innen, zieht nicht mehr. Hier sind wir, und wir kommen wieder, wenn sich die Bedingungen in Hamburgs Krankenhäusern verbessert haben!" Die ehemaligen Krankenhausbeschäftigten solidarisieren sich mit der Aktion mit ihren Kolleg*innen in den Kliniken, die über 4.400 Unterschriften für eine feste Personalbemessung gesammelt hatten. 

 

Scharf kritisieren sie die bisherigen Lösungsansätze des Senats, mit einer Imagekampagne den Personalmangel beheben zu wollen: "Wir brauchen kein besseres Image, um gute Pflege zu leisten. Wir brauchen bessere Arbeitsbedingungen", so Axel Hopfmann vom Hamburger Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus. "Der Senat hat die Möglichkeit zu handeln und für bessere Zustände in den Krankenhäusern zu sorgen. Wir brauchen endlich einen festen Betreuungsschlüssel. Das UKE als landeseigenes Krankenhaus könnte hier vorangehen", betont Hopfmann.  

 

Unter ichkommwiederwenn.de sind der offene Brief an die Gesundheitssenatorin, die Liste der Unterzeichnenden sowie persönliche Statements und Erfahrungsberichte zahlreicher Pfleger*innen und Hebammen zu finden.