Proteste zum "Tag des Pflegenotstands"

Anlässlich des „Tags des Pflegenotstands“ haben am Mittwoch, den 12. Mai, an vier Hamburger Kliniken Kundgebungen mit insgesamt 200 Personen stattgefunden: vor der ENDO-Klinik in Altona, der Schön Klinik in Eilbek, der Asklepios Klinik in St. Georg und dem UKE. Es wurden mit ausreichend Abstand Redebeiträge u.a. von Pfleger*innen und anderen Krankenhausbeschäftigten gehört und Transparente und Schilder gegen den Personalmangel und für die Vergesellschaftung der Krankenhäuser gezeigt.

 

Aufgerufen hatte das Hamburger Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus, um gegen das profitorientierte Gesundheitswesen und für eine bedarfsgerechte Versorgung zu protestieren. Im Anschluss fand um 19 Uhr eine "Krach-Aktion" an Fenstern und Balkonen stattfinden, um den Forderungen des Bündnisses Nachdruck zu verleihen: „Wir wollen nicht nur Danke sagen – wir wollen gemeinsam kämpfen und die Forderungen der Pfleger*innen zu unseren Forderungen machen!“, erklärte Axel Hopfmann für das Bündnis.

 

Bereits vor der Corona-Krise führte die Ökonomisierung des Gesundheitssystems zu verheerenden Zuständen: Personalmangel, massive Überlastung der Beschäftigten und mangelnde Betreuung der Patient*innen. Die aktuelle Pandemie verstärkt diesen Zustand. So wird das Personal durch zu wenig oder unzureichende Schutzausrüstung in Gefahr gebracht, Pfleger*innen sollen bis zu 12 Stunden arbeiten dürfen. „Eine Krisenlösung auf Kosten der Beschäftigten lehnen wir entschieden ab“, so Constanze Weichert vom Bündnis.Das Bündnis fordert eine verbindliche Personalbemessung in Krankenhäusern bzw. Pflegeeinrichtungen sowie die Abschaffung des Finanzierungssystems der Fallpauschalen (DRGs) zugunsten einer bedarfsgerechten Finanzierung. Outgesourcte Tochterunternehmen müssen zurückgeführt werden und der Profitorientierung durch die Rekommunalisierung und Vergesellschaftung aller Krankenhäuser schließlich ein Ende gesetzt werden. Gleichzeitig braucht es eine Aufwertung und Anerkennung der Pflegeberufe und Sorgearbeit in Form von besserer Bezahlung und einem Tarifvertrag für alle.

 

„Die aktuelle Krise verdeutlicht umso mehr die Notwendigkeit einer Einbindung von Beschäftigten und deren Interessensvertretungen in alle Entscheidungen, vor allem in die Krisenstäbe“, so Weichert: „Wir sollten jetzt die richtigen Lehren aus der Pandemie ziehen, das heißt eine Abkehr von der Orientierung an Wirtschaftlichkeit zugunsten eines öffentlichen Gesundheitswesens und guter Pflege mit guten Arbeitsbedingungen!“

 

Presseberichte

NDR: Dutzende demonstrieren für bessere Pflege

Interview bei Hamburg 1

Interview in der taz Nord: "Pflegekräfte brauchen keinen Beifall"

 

Weitere Berichte und Videos

Videos von Krachaktionen aus: Altona / Eimsbüttel / Schanzenviertel / Vorort

Video von der Kundgebung vor der Schön Klinik

Video des KdA mit Fotoimpressionen der Kundgebungen

Livestreams der Kundgebungen in St. Georg / in Altona 

Sendung der Initiative St. Pauli Code JETZT mit Krankenhausbewegung und uns

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